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Sie sollten zur NS-Zeit die Eliteschulen für den Führernachwuchs im Großdeutschen Reich werden. Ausgelesene Jungmannen erwarben an paramilitärisch geführten Internatsschulen nicht nur das Abitur, sondern erhielten das Rüstzeug dazu,  später in Staat, Verwaltung, Wehrmacht und SS an vorderster Front die nationalsozialistische Gesinnung durchzusetzen. An zwei Standorten kamen Schüler im Harz in Nationalpolitische Erziehungsanstalten (NAPOLA). Die Klosterschule Ilfeld verwandelte man 1933 vom einstigen humanistischen Vorzeigegymnasium in eine straff geführte Einrichtung neuer Gemeinschaftserziehung. Im anhaltischen Ballenstedt entstand nach 1934 der einzige Neubau einer NAPOLA in Deutschland, der mit seiner gigantomanischen Architektur heute befremdet und einer Nachnutzung harrt. Abseits von Städten sollten im Mikrokosmos der neuen Bildungsanstalten wehrhafte Herrenmenschen heranwachsen, die später als „Politische Soldaten“  dem Führerstaat bedingungslos zu dienen hatten.  Auch hier funktionierte das NS-System von Lager, Kolonne und Fahne.  Als Vorbilder dieser Menschenformung dienten Kadettenanstalten, Landschulheime und englische Public Schools mit einer spartanischen aber kameradschaftlichen  Prägung. Unter der Parole „Mehr sein als scheinen“ wuchsen hier ausschließlich Jungen als Führungskräfte heran, die auch nach dem Untergang des NS-Staates in Schlüsselpositionen gelangten, wenn sie nicht vorher im II. Weltkrieges ihr Leben ließen.

 

Dieses Buch widmet sich zwei schwierigen Orten, deren NS-Bildungsanstalten mit ihren Ambitionen, Funktionen, ideologischen Hintergründen und deren Niedergang.  

 

Obwohl wir coronabedingt 2020 bisher keine der geplanten Vortragsveranstaltungen realisieren konnten, ist das Buch sehr begehrt gewesen. Es war fast ausverkauft, so dass es jetzt eine erweiterte Nachauflage gibt. Der Preis ist identisch geblieben.

 

NS-Eliteschulen differenziert analysiert

Erweiterte Nachauflage „NAPOLA- verführte Elite im Harz“ erschienen

Die Ende 2018 erschienene Erstveröffentlichung zu den beiden NS-Eliteschulen im Harz in Ballenstedt und Ilfeld hat für großes Interesse gesorgt. Ein Thema, das lange Zeit in der DDR und in der alten BRD als tabu galt, wurde hier umfassend und mit quellengestützten Verweisen sowie einer sehr großen Bilderdichte abgehandelt. Das ist außergewöhnlich für die Nazizeit. Diese NAPOLAs waren gedacht, den Führernachwuchs für alle Schaltstellen des Großdeutschen Reiches zu rekrutieren. Er wurde in paramilitärischen Einrichtungen zielgerichtet auf seine Aufgaben in der nationalsozialistischen Diktatur vorbereitet. In siebenjähriger Internatsausbildung wurden diese Jungmannen, wie man sie nannte, mit 10 Jahren sportlich ambitioniert und mannschaftsmäßig gedrillt auf das neue Leben konditioniert und zum Abitur geführt.

Die Autoren Dr. Friedhart Knolle, Karl-Heinz Meyer, Wolfgang Schilling und Söhnke Streckel legen nun eine überarbeitete und ergänzte Neuausgabe vor.

Die Nachauflage bietet 28 Seiten mehr Informationen und strukturelle Anpassungen des Inhalts. So kann der Leser jetzt über die Pläne auch in Niedersachsen einen großen Neubau am Steinhuder Meer oder später am Gelände des Reichserntedankfestes/Bückeberg zu errichten Details erfahren, die so bisher wenig bekannt sind. Ergänzend sind Erweiterungen zu den NAPOLAs in Schulpforta und Naumburg eingearbeitet worden und die Tochteranstalt von Schulpforta in Neubeuern (Bayern) ist einer Betrachtung unterzogen worden. Außerdem ist die bereits bisher schon außergewöhnlich hohe Fotodichte weiter ergänzt worden, so dass das Buch jetzt mit seinen 937 Fotos auch optisch einen hervorragenden Blick in die NS-Zeit und ihre Begleitumstände gewährt.

 

 

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RFH Regionalfernsehen Harz